Das Wallis - entlang der Rhone zum Genfer See - Teil 2

Der Stockalperpalast in Brig  Bild: © Yü Lan - stock.adobe.com 

Teil 2: Von Brig zum Genfer See

Brig

Die Stadt im Oberwallis ist seit altersher Verkehrsknotenpunkt. Hier treffen sich die Bahnlinien, die vom Lötschberg kommen, mit der Furka-Oberalblinie und der Simplonstrecke, hier zweigt die Straße hinauf zum Simplonpass ab, die schon die Römer benutzten und Napoleon 1805 neu anlegen lies.
Sehenswert ist neben zwei barocken Kirchen vor allem der Stockalper-Palast, die Zentrale des Handelsherren und Diplomaten Gaspard-Jodoc Stockalper. 1609 geboren, machte er sein riesenhaftes Vermögen durch den Handel mit allem, was das Wallis hergab.

Von Brig nach Visp, dem nächsten Ort im Wallis, ist es nicht weit. In Visp zweigt ein Tal nach Süden ab, das sich nach wenigen Kilometern in Stalden gabelt und an den Enden jeweils bedeutende Fremdenverkehrsorte hat: einmal Saas-Fee und im Westen Zermatt. Ein anderer lohnender Abstecher ist die Fahrt ins Lötschental. Entlang der Lonza windet sich die Straße zwischen schroffen Bergwänden bis zum Parkplatz auf der Fafleralp, ein einfaches Berggasthaus bietet Speis‘, Trank und Übernachtungsmöglichkeiten.

Doch zurück zum Rhonetal. Raron ist einen kurzen Halt wert, in der gotischen Pfarrkirche gibt es gut erhaltene Fresken aus der Erbauungszeit zu sehen, neben der Kirche liegt das Grab des 1926 verstorbenen Dichters Rainer Maria Rilke, der im Schloss Muzot bei Sierre seinen Lebensabend verbrachte. Wer Zeit hat, der besuche noch Leuk, 16 Kilometer entfernt. Seine alte Innenstadt wartet mit mittelalterlichen Befestigungen, Türmen und Schlössern auf, dagegen bietet Sierre oder auf deutsch Siders keine historischen Bauten, es ist aber eine der bedeutendsten Weinorte des Wallis, die zahlreichen Winzer der Umgebung biet Verkostungen an.

Sion

Hier überqueren wir die Sprachgrenze. Ab Sierre gibt es heute eine Autobahn, die A 9, die den ganzen Fernverkehr an sich zieht. Doch wir bleiben der Nationalstraße 9 treu, führt sie uns doch weiter durch das von Reben und Obstbäumen so reiche Tal nach Sitten, französisch Sion. Die Stadt, eine wichtiger Bischofssitz seit dem Mittelalter, ist durchaus eine längere Pause wert. Wundervoll und doch beherrschend liegt es im Tal, von zwei auf Felsen thronenden Burgen überragt, von der jedoch eine keine Burg, sondern die wohl befestigte Bischofskirche Valère ist. Sie geht auf das 13. Jahrhundert zurück, wurde aber im Laufe der Zeit immer wieder umgebaut und erweitert. Auf dem gegenüber liegenden Berg befindet sich das Schloss Tourbillon, 1294 erbaut und seit einem Brand 1788 Ruine. Auch in der Stadt selbst lohnt es, sich umzusehen. Das Haus Supersaxo und das Haus von Riedmatten sind besonders sehenswert.

Nach Martigny am Fuße des Großen St. Bernhard-Passes, der hinüber ins Aostatal führt, verläuft unsere Route fast schnurgerade. Ein lohnenden Abstecher führt nach Riddes hinein zu einer kleinen romanischen Kirche des 11. Jahrhunderts (sehenswert). Martigny war zu Zeiten der Römer ein wichtiger Ort, die Reste eines Amphitheaters sind noch zu sehen.
Wir verlassen den Ort auf der Straße in Richtung Lausanne, doch schon nach wenigen Kilometern gibt es Gelegenheit für eine Exkursion in die Schlucht des Trient (Gorges du Trient). Doch wir fahren weiter zum letzten Höhepunkt dieser Reise - nach St. Maurice. Dort, wo die Rhone die Felsen nach Norden durchbricht, liegt das älteste Kloster der Schweiz, 515 gegründet. Die Ursprünge der Abtei gehen auf ein Heiligtum zurück, das über dem Grab des Heiligen Mauritius (deutsch St. Moritz) und seiner Gefährten von der Thebäischen Legion, die angeblich zusammen mit ihm gegen Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus das Martyrium erlitten hatten, errichtet wurde. Das Heiligtum lag bei dem alten römischen Militärstützpunkt Agaunum. Das Kloster und besinder der Klosterschatz sind sehr sehenswert, bevor die Fahrt am Genfer See endet.
Im Lötschental, großartige Schweizer Landschaft am Ende der Straße
Sion, © Bogdan Lazar - stock.adobe.com;
Eine typisch Walliser Jause: Schinken, Käse und dazu einen Weißen aus der Region;
Das Wallis - eine bedeutende Weinbauregion der Schweiz

 

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