D27 Hessisches Bergland

Mit den geographischen Grenzen dieser Region ist das so eine Sache. Die einen sagen: Es ist schlichtweg die Gegend, die zwischen Thüringen und dem Rhein liegt. Andere wollen so weit nicht gehen, vor allem nicht so weit westlich. Sie lassen diese Landschaft im Westen bei Marburg enden, im Norden ein wenig nördlich von Kassel. Da sind bereits die wichtigsten Gebiete dabei - eine Vielzahl schöner Gegenden wie zum Beispiel das Fuldatal und der Habichtswald, das Schwalm-Knüll-Gebiet und der Kellerwald.

Der Habichtswald liegt ganz im Norden dieses Berglands (er ist ein Naturpark), das Fuldatal im Nordosten. Ganz korrekt ist der Begriff nicht: Die Fulda zieht sich ja von der Stadt Fulda gute hundert Kilometer nach Norden, bevor sie überhaupt die Stadt Kassel erreicht. Aber es ist nun einmal die Gegend dort, im nördlichen Teil unseres Gebiets, die als Feriengebiet "Fuldatal" genannt wird. Im Südosten des Gebiets finden Sie eine weitere Ferienlandschaft: das Schwalm-Knüll-Gebiet. Dort gibt man sich besonders viel Mühe um das Hessische Brauchtum, auch um die einheimischen Trachten. Und schließlich breitet sich im Westen der Kellerwald aus - eine der waldreichsten Landschaften der Bundesrepublik. Vor allem die alten Bestände an Buchen und Eichen machen den Wanderern Spaß. Im Habichtswald erleben Sie vor allem Natur: einen überaus reichen Bestand an Eichen, Buchen, Fichten und Lärchen. Und sehr klare Gewässer. Das Gebiet besteht aus einer Gruppe vorwiegend kegelförmiger Berge. Es ist prächtig, hier zwischen Flora und Fauna zu wandern. Oder auch zu reiten; es gibt viele Möglichkeiten dazu. In zahlreichen Orten werden Reitstunden und auch Ausritte angeboten. Zur Landschaft "Fuldatal" gehört nicht nur die Fulda selbst, sondern auch die Eder. Die beiden kommen dort, südlich von Kassel, zusammen. Angler lieben diese Gegend, denn beide Flüsse sind fischreich. Erstaunlicherweise könnten Sie hier zum Fisch auch einheimischen Wein trinken. Denn in der Nähe von Felsberg, dieser Stadt mit ihren drei Burgen, liegt noch ein Weinberg: der nördlichste in Deutschland. Was da gekeltert wird, ist (in einigermaßen guten Jahren, versteht sich) so übel nicht.

Es gibt manche hübsche Stadt in dieser Gegend. Aber eine der hübschesten ist wohl Melsungen - mit verträumten Brücken, stillen Gassen, plätschernden Brunnen und allerlei verwunschenen Winkeln. Ein Städtchen voller Fotomotive! Hier sind Rotkäppchens Geschwister zuhause.Wenn Sie wissen möchten, wie die Hessen früher lebten (als sie sich noch "Chatten" nannten), dann fahren Sie nach Niedenstein.Dort sehen Sie die Ringwallanlagen, die Zisternen und Tore der Altenburg - ein Spaß natürlich auch für Kinder.

Ganz anders das Schwalm-Knüllgebiet. Das hat seinen Namen von einem Fluß und einem Gebirge. Die Schwalm, das Flüßchen, mündet in die Eder und fließt auf diese Weise dann auch in die Fulda. Das Knüllgebirge - mit dem 634 Meter hohen Knüll-Köpfchen - erhebt sich südöstlich von dem kleinen Fluß. Hier war schon immer ein Kerngebiet hessischen Brauchtums. Und hier versucht man nach wie vor, dieses Brauchtum zu erhalten. Die farbenprächtigen Schwälmer Trachten sehen Sie nicht nur bei Brauchtumsfesten oder touristischen Festtagen. Die können Sie - zum Beispiel in der Gegend von Schwalmstadt oder Schrecksbach - auch am Sonntag beim Gottesdienst sehen. Und da fühlen Sie sich dann wie ins Märchenbuch der Brüder Grimm versetzt, denn Sie erblicken lauter Rotkäppchen. Die Brüder Grimm haben sich tatsächlich hier orientiert, als sie ihr Märchen zu Papier brachten. Allerdings gibt es die Käppchen, die von den Frauen und Mädchen getragen werden, nicht nur rot, sondern auch grün, violett oder schwarz. Ein kurzer Rock gehört dazu (allerdings tragen die Frauen manchmal bis zu 15 Röcke übereinander), auch weiße Strümpfe, eine Leinenbluse und ein farbiges Tuch. Allerdings beschränken sich die Schwalmer Damen keineswegs auf eine einzige Tracht. Für jeden Anlaß haben sie eine Variation zu bieten. Es gibt Fachleute, die die Schwalmer Trachten für die malerischsten in ganz Deutschland halten. Darüber läßt sich streiten, aber im Museum von Schwalmstadt können Sie sich selbst ein Urteil bilden. Wisente, Wildpferde und Zwergziegen.

Auch Tierfreunde finden viel Interessantes Im Schwalm-Knüll-Gebiet. Im Knüllwald gibt es nämlich, nicht weit von der Stadt Homberg, ein Gehege für Rot-, Dam-, Reh- und Muffelwild. In Einzelgattern werden auch Wisente und Wildpferde, Schwarzwild und Zwergziegen gezeigt. Sogar allerlei Kleintiere und Vögel werden hier gehalten.

Und dann etwas für die kunsthandwerklich Interessierten: Es gibt hier das Dorf Willingshausen, in dem seit dem frühen 19. Jahrhundert eine Künstlerkolonie besteht, zu der vor allem Maler gehörten. Namhafte Leute waren darunter, so auch Ludwig Emil Grimm, der jüngste Bruder der Märchensammler. Die Tradition hat sich bis heute erhalten. Dazu gehört es, daß man Feriengästen Kurse in Trachten-, Landschafts- und Ornamentmalerei anbietet, aber auch im Sticken, Spinnen und Töpfern.

Schließlich ist da noch der Kellerwald. "Keller" hießen frühen die Talsohlen, in denen Quellen sprudelten. Von denen gibt es im Kellerwald noch heute sehr viele. Manche sind weit über die Grenzen Hessens bekannt, weil man sie in Flaschen füllt und verkauft. Dazu gehört beispielsweise der "Löwensprudel" aus Zwesten. Noch viel Urtümliches können Sie hier erleben - und erwandern. Am hübschesten ist es vielleicht, wenn Sie - beispielweise im Gilsatal - miterleben, wie dort die Backfrauen nach uraltem Brauch ihr Bauernbrot backen.

 

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Parkstraße 6

34576 Homberg

Tel 05681 - 77 52 50

Fax 05681 - 71 06 14

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