Island - Insel aus Feuer und Eis

Island - Insel aus Feuer und Eis

Die rauchende Bucht!

So heißt Reykjavik eigentlich. Keine Sorge - der Name hat nichts mit Umweltverschmutzung zu tun. Ganz im Gegenteil – was da in der Bucht raucht, sind die Thermalwasserdämpfe. Bereits 874 hat sich der Wikinger Ingolfur Arnarson hier sesshaft gemacht – und ihr den Namen gegeben. Keine schlechte Wahl, denn die Söhne Odins profitierten sehr bald von der Erdwärme. Heute wird die Stadt geothermal versorgt: beheizte Gehsteige sorgen für schneefreie Gehsteige im Winter, Glashäuser im nahen Städtchen Hveragerdi für große Gewächshäuser. So überlisten die Insulaner nordatlantische Kälte mit isländischem Know How – auch bei den Thermen. Badespaß im Hohen Norden? Gleich nach der Ankunft am Flughafen wartet die „Spa City Reykjavik“ mit einem denkwürdigen Wellnessbegrüßungscocktail auf, der Blauen Lagune. Der milchig blaue See liegt inmitten bizarrer Lavalandschaft, gespeist mit gesundem, mineralstoffreichem Thermalwasser vom geothermischen Kraftwerk Svartsengi. Ein Wellnesserlebnis für Auge, Körper und Seele. Die blauen Warmwasserpools gehören mittlerweile zu den größten Attraktionen Islands, vorreservieren in der Saison ist ein Muss! Übrigens: Wer in Islands Metropole eher Kälte und Schlechtwetter erwartet, wird vom Klima angenehm überrascht sein. Dank des Golfstromes dominieren moderate Durchschnittstemperaturen in der Bucht. 

 

Pingvellir (das ist die isländische Schreibweise) war lange Zeit Mittelpunkt der Insel als  Freiluftparlament und Gerichtsplatz.

Pingvellir (das ist die isländische Schreibweise) war lange Zeit Mittelpunkt der Insel als Freiluftparlament und Gerichtsplatz.

Golden Circle

Nun lockt endgültig die große Natur. „Für die Ring Road reicht ein PKW. Wenn ihr weiter ins Hochland fahren wollt, bieten die Kjölur- und Spengisandur Route fantastische Möglichkeiten - aber ohne Asphalt. Und nur mit dem Allradwagen“. hatte uns Emilie von Lava Car Rentals beraten. Erosionskräfte von Wind und Wasser sowie Feuer und Eis haben auf der Insel verschwenderische Landschaftskontraste entstehen lassen: Solfataren, heiße Quellen, brodelnde Schlammlöcher, Geysire und Vulkane faszinieren genauso wie mächtige Wasserfälle und riesige Gletscher. Der Geysir Strokkur, was in Island Butterfass bedeutet, schleudert regelmäßig bis zu 20 m hohe Heißwassersäulen zischend in den Himmel. Auf ihn ist immer Verlass. Genauso in komfortabler Distanz zur Stadt liegt der Nationalpark Pingvellir. Der Ort, an dem die Erde zerreißt. Hier driften eurasische und nordamerikanische Kontinentalplatte auseinander, hier wurde ab 930 Islands Politik bestimmt. Pingvellir war lange Zeit Mittelpunkt der Insel - mit Freiluftparlament, Handels- und Gerichtsplatz, Festwiese, Heiratsmarkt und Infobörse. Heute deutet außer dem UNESCO Weltkulturerbe Status nichts mehr auf die Wichtigkeit hin, das kleine Kirchlein und einige Häuser am Fluss schlummern gemächlich vor sich hin. Ganz im Gegensatz zum Gullfoss. Seine Wassermassen donnern über zwei Kaskaden in eine gigantische Schlucht, der „Goldene Fall“ ist wohl Islands eindrucksvollster Foss.

Über dem Polarkreis

Isafjördur in den Westfjorden gibt einen ersten Eindruck vom wildromantischen Island. Im tief eingeschnittenen Fjord gelegen, war das Städtchen längste Zeit eine geschäftige Fischerstadt, mittlerweile sorgt der Tourismus vermehrt für Wohlstand. Beim Landgang lässt sich alles wunderbar zu Fuß erkunden, vorbei an bunten Holzhäusern geht es bergan zum Aussichtspunkt am Stadtrand. Dort liegt uns der ganze Fjord zu Füßen. Nach dem Besuch der Insel Vigur mit seiner Windmühle und dem winzigen Postamt ist die Vorfreude auf die Insel Grimsey groß. Der Polarkreis und die Welt der Mitternachtssonne ist dort erreicht! „We are above the polar circle. That is the only place on our Iceland tour, where we might see the midnight sun.” hatte Expeditionsleiter Scotty beim Briefing erklärt. Nur hier, 40km nördlich von Island, geht die Sonne (an wolkenfreien Sommertagen) nicht mehr unter. Hier leben zwar nur knapp 100 Menschen, dafür ist Grimsey Heimat von gut einer Million Seevögel. Wir erleben riesige Papageientaucher- und Seeschwalbennistplätze. Abends heiß es wach bleiben an Bord der SH Vega und warten auf das Mitternachtsschauspiel der Sonne.

Hauptstadt von Nordisland

Gegen das traditionelle Inselleben der letzten Tage mutet das bunte Städtchen Akureyri mit seinen 18.000 Menschen fast wie eine City an - in isländischen Dimensionen gedacht. Bunte Häuserzeilen, Cafes, Läden, Museen, die Hafenpromenade und Streetlife sorgen für Abwechslung, die Menschen lieben es hier bei Sonnenschein draußen vor den Lokalen zu sitzen. Naturfreaks sind hier ohnehin im absoluten Dreamland, in der näheren Umgebung lockt der berühmte Godafoss Wasserfall. Und Myvatn mit seinem See, dampfenden Solfataren und bizarren Lavafiguren ist für Fotografen ohnehin das Highlight der Reise.

Der Gullfoss

Der Gullfoss

 Einsame Farmen und Pferde prägen den „grünen Teil“ von Island

Einsame Farmen und Pferde prägen den „grünen Teil“ von Island

Im wilden Norden Islands

Im wilden Norden Islands

Touren mit dem

Touren mit dem "Monster-Jeep"

Einsame Farmen und Pferde prägen den „grünen Teil“ von Island

Der Charme der Ostküste

 Am nächsten Morgen läuft die SH Vega an der Ostküste den Hafen von Seydisfjördur an. Frühaufsteher an Bord werden tagtäglich belohnt. Ein herzhaftes „Early bird Frühstück“ und dann raus an Deck. Allein das stille Reingleiten in den Fjord, umrahmt von tiefgrünen Berghängen, ist ein Erlebnis. Vereinzelt verzieren einsame Bauernhöfe das Gesamtensemble. Und dort wartet das schmucke Seydisfjördur mit einer vielfältigen Kunstszene. Hier lassen sich gerne Schriftsteller, Musiker und Künstler nieder, inspiriert von grandiosen Fjorden und viel Natur. Wer mit dem eigenen Camper oder Wagen von Europa aus über die Feröer Inseln anreisen möchte – hier ist der Fährhafen von Smyril Lines. 

Eismonster und Superjeep

Das gerade einmal 500 Bewohner zählende Fischerdorf Djupivogur lässt sich bis in Wikingerzeiten zurückverfolgen. Ein „easy living Lebensstil“ dominiert, erster Blickfang im Hafen ist eine Kunstinstallation mit 34 großen Graniteiern. „Die Eier in der Merry Bay“ sollen die hier nistenden 34 Vogelarten dokumentieren. Ganz und gar nicht künstlich ist die Welt der Naturwunder in der Umgebung. Superjeeps nennen sich die 4 WD Brummer mit mannshoher Bereifung, durch die mannstiefe Gletscherbäche überwunden werden und ein Vorankommen durch Lavawüsten bis zu den Gletschern möglich ist. Ursprünglich für Rettung und Feuerwehr entwickelt, gestatten die „modernen Islandponies mit 250 Pferdestärken“ heute die abenteuerlichsten Entdeckungsfahrten ins Hochland. Genauso eindrucksvoll ist die Tour zum majestätischen Vatnajökull Gletscher mit bizarren Eisbrüchen und der fotogenen Jökulsarlon Eislagune. Dort tanzen tausende Eisberge fotogen am Gletschersee, 14 % der Landmasse von Island umfasst der Eisgigant.

Vulkandesaster in Heimaey

Ein konträres Panorama präsentiert sich tags darauf auf der 13 qkm kleinen Insel Heimaey vor Islands Südküste. Wir gleiten entlang spektakulärer Klippen in einen malerischen Hafen. Scheinbar Idylle pur, doch das war nicht immer so. 1973 brach hier ein Vulkan hier aus, die Lava verschlang über 400 Häuser, Spalten in Kilometerbreite entstanden. Wie durch ein Wunder kam nur ein Mensch ums Leben. Das ist gottlob vorbei und das kleine Hafenstädtchen strahlt wieder viel Charme aus. Das eindrucksvolle Vulkanmuseum dokumentiert die Katastrophe von 1973 jedenfalls hautnah. Sogar verschüttete Häuser in Originalgröße sind zu erleben.

Viel zu schnell vergeht die Woche, verlockend wäre es jetzt, an Bord die Reise in das einsame Ostgrönland fortzusetzen. Jedenfalls lohnt nach der Rückkehr in die „rauchende Bucht“ zumindest noch ein Zusatztag – um die Halbinsel Reykjanes mit all ihren Vulkanwundern und Küstenszenarien. Wer Glück hat, sieht ab Mitte August schon die ersten Nordlichter über den Himmel tanzen.

Vulkanmuseum in Heimaey

Vulkanmuseum in Heimaey

 Heimaey

Heimaey

 Die SH Vega im Hafen

Die SH Vega im Hafen

Mitternachtssonne vor Island

Mitternachtssonne vor Island

Die SH-Vega im Hafen von Reykjavik

Die SH-Vega im Hafen von Reykjavik

Anreise: Flug nach Reykjavik;
www.icelandair.com; www.wizzair.com;
Einreise: Reisepass mitführen.
Fahrzeugmiete: Lava Car Rental www.lavacarrental.com: hochwertige, zuverlässige Autovermietung nahe Flughafen Kevlavik ; am Beginn/ Ende der Reise Zusatztag(e) einplanen,
Unterkunft:
eine Vielzahl an Hotels/Guesthouses in allen Preiskategorien;
Zum Beispiel: COURTYARD MARRIOTT KEFLAVIK,
hochwertiges Hotel, gute Lage - nahe zum Flughafen und zum Stadtbus nach Reykjavik und den Naturwundern der Halbinsel Reykjanes; ab 225 Euro (2 Personen); www.marriott.com;
Geld: isländische Krone, EC-Bankautomaten vorhanden und ausgeprägtes Kreditkartensystem;
Ansehen:
Lavamuseum: präsentiert eindrucksvoll den Vulkanismus der Insel; www.lavacentre.is
Isländisches Phallusmuseum www.phallus.is
Wellness/Therme:
Blaue Lagune www.bluelagoon.com
Literatur:
Halldór Gudmundsson; Island - Insel aus Geschichten.
Dieses Buch ist eine literarische Rundreise durch Island, zu 30 Orten, die alle eine ganz eigene, besondere Verbindung zur isländischen Kultur und Literatur haben. Corso Verlag, 2021; EAN:9783737407656

Das Expeditionsschiff SH Vega

SH Vega: max. 152 Personen fassendes, hochmodernes, umweltorientiert gebautes Boutique Schiff von Swan Hellenic. Die SH Vega (und die SH Diana) ist für Einsatz in Arktis und Antarktis gebaut, extragroße Stabilisatoren, dieselelektrischer Hybridantrieb und Batteriepaket;

  • Bordsprachen: Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch
  • Publikum/Gäste: international; Gruppeneinteilung bei Ausflügen nach Sprachkenntnissen;
  • Unterhaltung: die Natur bietet eine 24-stündige Freiluftshow! Unterhaltung in der Lounge/an Bar mit Pianomusik; auf klassische Animation wird verzichtet, dafür werden alle Landgänge im Vorfeld mit Vorträgen vom Expeditionsteam vorbereitet.
  • Kabinen: verschiedene Kategorien und Preisklassen (Oceanview, Balkon, Suite, Premium Suite etc.)
  • Bordausstattung: u.a. Restaurant, stylische Lounge, gemütliche Bar, Fitnessbereich, Sauna, Rundum - Deckbereich, Biblio, Wäscheservice, Outdoor Whirlpools, Swimming Pool;
  • Küche: internationale Küche mit vielen regionalen Zutaten, Frühstücks- und Mittagsbuffet, Wahlmöglichkeiten bei Abendmenüs (Diätansprüche etc. melden), 24 h Wasser/Tee/Kaffee
  • Kleidung an Bord: es gibt keine strenge Kleiderordnung, sportlich legerer Dresscode während des Tages und für Essenszeiten.
  • Outdoorkleidung: funktionelle Kleidung im Schichtenprinzip für Landgänge! Outdoortaugliche Stiefel werden zur Verfügung gestellt, jeder Gast wird am Beginn mit einem hochwertigen Gratis- Parka für die Landgänge ausgestattet.
  • Zodiacfahrten/Landgänge: Schlauchbootfahrten sind im Preis inkludiert, Landgänge können auch individuell gestaltet werden; zudem zahlreiche, buchbare Ausflüge;

Swan Hellenic:
Schiffe/Touren/Infos: www.swanhellenic.com

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Tipps-for-Trips.de ist eine Webpräsenz von Tipps Media & Verlag UG

Logo Tipps Media & Verlag

www.tipps-media.eu

Weitere Seiten von Tipps Media & Verlag:

my-hotel-selection.de/

www.firstclass-travellers.de/

myhoteltipp.de/

sehnsuchtsland.de

Tipps-für-mich

 

Image

1- 2 x pro Monat erhalten Sie heiße Informationen rund um Reisen und Urlaub.
Völlig kostenlos - aber nie umsonst

Für Ihre Bestellung des Newsletters bedanken wir uns mit einer kostenlosen E-Paper - Ausgabe von Tipps-for-Trips.
Nach der Bestätigung Ihrer E.Mail-Adresse erhalten Sie einen Gutscheincode, den Sie in unserem Kiosk einlösen können. Er gilt für alle Ausgaben von Tipps-for-Trips-Reisemagazin