Die Aktion „Deutschland macht den Zecken-Check“ zeigt: FSME- Vorsorge auch im EM-Sommer wichtig
Ein Picknick im Park, ein Nachmittag am Badesee, eine Wanderung durch hohes Gras oder ein Campingurlaub am Waldrand: Wer draußen unterwegs ist, denkt meist an Sonne, Mücken und vielleicht an den richtigen Wanderschuh. An Zecken denken viele erst, wenn eine schon auf der Haut sitzt. Dabei gehören die kleinen Blutsauger längst zu den stillen Begleitern vieler Freizeit und Urlaubsformen. Zecken leben nicht nur im tiefen Wald. Sie finden sich auch in Stadtparks, Gärten, auf Wiesen, an Badeseen, auf Campingplätzen und entlang von Wanderwegen. Besonders dort, wo Gras, Laub, Büsche und feuchte Stellen zusammenkommen, können sie auf den nächsten Wirt warten. Wer sich im Grünen aufhält, sollte das Thema deshalb nicht dramatisieren, aber ernst nehmen.
FSME: Warum ein Zeckenstich mehr sein kann als lästig
Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Besonders bekannt sind Borrelien und das FSME Virus. FSME steht für Frühsommer Meningoenzephalitis, eine Entzündung von Gehirn, Hirnhäuten oder Rückenmark. Nicht jeder Stich führt zu einer Erkrankung, und nicht jede Zecke trägt Erreger in sich. Dennoch kann FSME schwere Verläufe nehmen. Wichtig ist: Gegen FSME gibt es eine Impfung. Gegen Borreliose dagegen nicht. Deshalb gehören zwei Dinge zusammen: medizinische Vorsorge vor der Reise und praktische Schutzmaßnahmen unterwegs.
Vor der Reise: Risikogebiete prüfen
Wer in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Schweiz, Südosteuropa oder in anderen zeckenreichen Regionen Urlaub macht, sollte vorab prüfen, ob das Reiseziel in einem FSME Risikogebiet liegt. Das gilt nicht nur für klassische Wanderreisen. Auch ein Wochenende am See, ein Familienurlaub auf dem Campingplatz oder ein Ferienhaus mit großem Garten kann bedeuten, dass man viel Zeit im Grünen verbringt.Für Menschen, die in Risikogebieten Zecken ausgesetzt sein können, wird eine Beratung zur FSME Impfung empfohlen. Wer unsicher ist, sollte rechtzeitig vor der Reise mit Hausarzt, Kinderarzt oder Reisemedizin sprechen. Auch kurzfristige Impfschemata sind je nach Impfstoff möglich, ersetzen aber nicht die individuelle Beratung.
Unterwegs: Kleine Gewohnheiten, großer Nutzen
Zeckenschutz beginnt nicht erst nach dem Stich. Lange helle Kleidung hilft, Zecken schneller zu entdecken. Geschlossene Schuhe, lange Hosen und das Einstecken der Hosenbeine in die Socken sehen vielleicht nicht elegant aus, können bei Wanderungen durch hohes Gras aber sinnvoll sein. Zeckenschutzmittel können zusätzlich helfen, müssen jedoch korrekt und regelmäßig angewendet werden. Nach Aufenthalten im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht werden. Zecken sitzen gern an warmen, geschützten Stellen: Kniekehlen, Achseln, Leisten, Haaransatz, hinter den Ohren oder am Bauch. Bei Kindern lohnt sich ein besonders genauer Blick, weil sie oft im Gras spielen, auf Decken sitzen oder durch Büsche laufen.
Wenn eine Zecke gestochen hat
Eine Zecke sollte möglichst rasch und vorsichtig entfernt werden, am besten mit einer feinen Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange. Wichtig ist, sie hautnah zu greifen und langsam herauszuziehen. Öl, Klebstoff oder andere Hausmittel sind keine gute Idee. Danach sollte die Einstichstelle gereinigt und einige Tage beobachtet werden.Treten später Beschwerden auf, etwa Fieber, grippeähnliche Symptome, starke Kopfschmerzen oder eine auffällige Hautrötung, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Besonders die ringförmige Wanderröte kann ein Hinweis auf Borreliose sein.
Reisevorbereitung heißt auch Gesundheitsvorsorge
Zecken sind kein Grund, auf Wanderungen, Badeseen, Camping oder Picknicks zu verzichten. Aber sie sind ein gutes Beispiel dafür, warum Reisevorbereitung mehr ist als Kofferpacken. Wer vor der Abfahrt prüft, wohin er reist, welche Risiken dort bestehen und welche einfachen Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, reist gelassener. Denn ein schöner Urlaub im Grünen beginnt nicht mit Angst vor der Natur. Er beginnt mit Aufmerksamkeit.



