Rostock - die bunte Stadt

Rostock - die bunte Stadt  Bild: Gottfried Pattermann
Rostock: Der Neue Markt mit seinen schön restaurierten Bürgerhäusern ist immer noch Marktplatz, im Hintergrund die Marienkirche  © Gottfried Pattermann/gp-image-facts

Einst eine slawische Burg, dann erfolgreiche Kaufmannsstadt. Die Hanse machte die Stadt Rostock groß und wohlhabend, wie die zahlreichen Kirchen und die prächtigen Bürgerhäuser zeigen. Das Selbstbewusstsein der Rostocker Bürgerschaft zeigt das große Rathaus, die Wehrhaftigkeit der Stadt die mächtigen Stadttore. Doch trotz der langen Geschichte ist Rostock lebendig - eine bunte Stadt!

Rostock, die erste Universitätsstadt im nördlichen Europa (1419 Gründung der Universität) liegt dort, wo die Warnow, ein kleiner mecklenburgischer Fluss in die Ostsee mündet. Eine erste urkundliche Erwähnung gibt es bei dem dänischen Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus, der 1161 von einer slawischen Burg „Roztoc“ erzählt. 50 Jahre später erhält Rostock das „lübische Stadtrecht“ (Stadtrechte der Reichsstadt Lübeck) und tritt schon 1259 der Hanse bei. Im 14. Und 15. Jahrhundert war Rostock nach Lübeck die bedeutendste Handelsstadt an der Ostsee. Die reiche Bürgerschaft möchte Zeichen setzten und erbaute die großen Kirchen der Stadt: die Petrikirche im Nordosten der Altstadt, die Nikolaikirche und vor allem die Marienkirche in der Nähe des Neuen Marktes. Die Wirren des 30jährigen Krieges brachten der Stadt viel Leid und Zerstörung, erst im 19. und 20. Jahrhundert erfolgte eine gewisse Erholung. Im Hafengebiet siedelte sich das Heinckel-Flugzeug-Werk an. Dies brachte der Stadt während des 2. Weltkriegs wiederum erhebliche Zerstörungen. Nur weniges blieb erhalten oder konnte wieder aufgebaut werden. 

Der Neue Markt, damals wie heute der zentrale Platz in Rostock, ist der Ausgangspunkt meines Rundganges. Ich sitze hier in einem der vielen Cafés und studieren meinen Stadtplan. Wie lässt sich diese Stadt am besten erforschen? Am besten in einem großen Bogen und zurück zum Neuen Markt. Also, gehen wir los. Mein ersten Ziel liegt gleich um die Ecke: die Marienkirche. Die dreischiffige gotische Basilika mit ihrem mächtigen Querhaus ist die bedeutendste Kirche der Stadt. Die Ausstattung der Kirche stammt aus verschiedenen Bauepochen: Prunkstück und das älteste Teil ist die frühgotische Bronzefünte (Taufbecken) vom Ende des 13. Jahrhunderts. Unbedingt ansehen muss man sich auch die astronomische Uhr (1492), die immer noch geht. Täglich um 12 Uhr und um Mitternacht setzt sich das barocke Figurenspiel in Bewegung: die 12 Apostel ziehen an Christus vorbei und erhalten den Segen, nur dem letzten, Judas, wird der Segen verweigert; er muss die nächsten zwölf Stunden vor der Türe warten. Sehenswert sind auch ein spätgotischer Flügelaltar, die Kanzel und der Hochaltar, beides eine Zutat der Barockzeit. Aus der gleichen Bauzeit die Fürstenempore und der Orgelprospekt. 
Durch eine kleine Gasse (Ziegenmarkt) kommen wir zur Flaniermeile Rostocks, der Kröpeliner Straße. Hier können wir Bummeln, in Straßencafès den (manchmal zweifelhaften) Künsten der Musikanten zuhören, Einkaufen oder nur verweilen. Etwa auf halbem Weg zwischen Neuem Markt und Kröpeliner Tor öffnet sich der Universitätsplatz. Hier sprudelt und springt der „Brunnen der Lebensfreude“. Gut beschirmt durch alte Bäume steht das Blücher-Denkmal. Errichtet wurde das Denkmal aus Spenden, die durch eine ungewöhnliche Art zusammengekommen sind. In einer Zeitung stand, Rostock errichte seinem großen Sohn, Feldmarschall Blücher, dem Bezwinger Napoleons, ein Denkmal. Der wiederum bedankte sich artig bei den Stadtvätern per Brief, die jedoch von einem Denkmal nichts wussten. Um nicht als „Schild“-Bürger dazustehen, wurde eine Sammelaktion unter der Bürgerschaft den Rittern der Umgebung veranstaltet und das Denkmal errichtet.
Nicht weit vom Universitätsplatz liegt das Kloster Heiligkreuz, das 1270 gegründet wurde. Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist einer der bedeutendsten gotischen Kirchenbauten Mecklenburgs. Entlang der Stadtmauer führt nun der Weg zum Kröpeliner Tor, es der 22 Tore der Stadt, heute ein Museum der Stadtgeschichte. Zum alten Hafen der Stadt, dem Christinenhafen ist es nicht mehr weit. Hier liegen immer wieder Schiffe, die besichtigt werden können. Entlang des Hafens, vorbei an der Silohalbinsel, in der heute schicke Restaurants (z.B. Silo 4) auf Gäste warten, führt uns der Weg zu Petrikirche am Alten Markt. Hier war früher einer der alten Siedlungskerne der Stadt. Die Kirche entstand 1350, auf den 117 Meter hohen Turm führt ein Aufzug. Oben gibt es eine gute Aussicht auf die Stadt. Nur einen wenige Schritte weiter südlich die Nikolaikirche. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, um 1450 erhielt sie ihren Turm und einen neuen Chor. Während der DDR wurde in dem großen Dach Wohnungen eingebaut. Nicht weit von der Nikolaikirche das Kuhtor, das älteste noch erhaltene Stadttor Rostocks. Entlang der Stadtmauer wandern wir zum Steintor, dem prächtigsten Tor, erbaut im 16. Jahrhundert. Nun sind es nur wenige Schritte zurück zum Neuen Markt, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Rechterhand das Rathaus, das 1727 eine barocke Fassade erhielt. Dahinter, in der Großen Wasserstraße, eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt, das Kerkhoffhaus mit seinem Backsteingiebel. So, nun haben wir uns aber eine Pause verdient, oder wir bummeln noch etwas über den Markt.

Rostock und Warnemünde starten Audioguide-Angebot
Mit den neuen Audioguides der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde haben Gäste nun die Möglichkeit, auf unterhaltsame und informative Weise die Hansestadt und das Seebad individuell zu entdecken. Sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache vermitteln die 60-minütigen Audioguides Wissenswertes aus der fast 800-jährigen Stadtgeschichte. 17 Stationen in Rostocks Innenstadt und 13 Stationen in Warnemünde können somit im eigenen Tempo erkundet werden, Originalaufnahmen runden das auditive Erlebnis ab. Zudem weist eine eingezeichnete Route im kostenlos zur Verfügung stehenden Stadtplan den Weg zu den Sehenswürdigkeiten. Die Audioguides, handliche MP3-Player, sind gegen eine Leihgebühr von sieben Euro sowohl in der Tourist-Information Rostock, Universitätsplatz 6, als auch in der Tourist-Information Warnemünde, Am Strom 59, auszuleihen.

Weitere Informationen: www.rostock.de

Die Marienkirche mit der astronomischen Uhr im Inneren

Der Brunnen der Lebensfreunde am Universitätsplatz Bild: Gottfried Pattermann

Die Nikolaikirche Bild: Gottfried Pattermann

Die Petrikirche am Alten Markt, die älteste Kirche Rostocks Bild: Gottfried Pattermann

Fachwerkhäuser am Hafen von Rostock Bild: Gottfried Pattermann

Rostock und Warnemünde starten Audioguide-Angebot

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