Blaues Land in Weiß: Romantik im Murnauer Land

Raureifmorgen am Riegsee  Bild: Tourist-Information Murnau

Das Zweiergespann wartet am Ramsachkirchl oder auch „Ähndl“, wie die Einheimischen die kleine barocke Kirche St. Georg am Rande des Murnauer Moos gerne nennen. Noch einen kurzen Blick in den Moos-Stadel mit seinen Info-Tafeln über Flora und Fauna gegenüber werfen und losgeht die Schlittenrunde durch die verschneite Ebene.

Romantik im Moor

Wenn sich das Alpenvorland in seinem winterlichen Gewand hüllt, entfaltet das Blaue Land seinen ganz besonderen Charme. Pferdeschlittenfahrten durch das verschneite Murnauer Moos, in Decken eingekuschelt und mit einem Becher dampfendem Glühwein in der Hand, sind der Inbegriff von Winterromantik. Josef Gramer, den hier alle nur als „Sepp“ kennen, kutschiert seine Gäste seit 25 Jahren durch das größte Moorgebiet des nördlichen Alpenvorlandes. Besonders magisch: eine Fahrt in der Dämmerung, wenn das Licht der Fackeln die schneebedeckte Landschaft in ein geheimnisvolles Schimmern taucht. Still gleitet der Schlitten durch die weißen Weiten, während nur das Schnauben der Haflinger und das leise Knirschen des Schnees unter den Kufen zu hören sind. Wer sich in die Landschaft verliebt, kann sich vom „Sepp“ Geschichten aus der Region erzählen lassen – von alten Moorgeistern, verschwundenen Pfaden und den besonderen Lichtstimmungen, die einst Künstler wie Wassily Kandinsky und Gabriele Münter in ihrem Bann zogen. Und fällt der Schnee einmal nicht aus, rollt der Schlitten auf Rädern einfach weiter.

Auch zu Fuß offenbart sich die Schönheit des Blauen Landes in voller Pracht. Ein Spaziergang vom historischen „Ähndl“, der kleinen barocken Kirche St. Georg am Rande des Moors, führt durch ein märchenhaft verschneites Waldstück und hinauf zum Panorama-Stadel. Oben angekommen, eröffnet sich ein Blick, der zum Staunen einlädt: Die Gipfel von Jochberg, Herzogstand, Hohe Kiste und Hörnle zeichnen sich am Horizont ab, während die winterliche Stille das Erlebnis perfekt macht. Auf dem Rückweg lohnt sich eine Einkehr im Gasthaus „Ähndl“, wo Spitzenkoch Thilo Bischoff bayerische Schmankerl serviert – von deftigen Braten bis hin zu hausgemachten Mehlspeisen. Wer länger bleiben möchte, gönnt sich ein Winter-Arrangement im Hotel Angerbräu: drei Übernachtungen inklusive Wanderkarte, Begrüßungssekt und Wanderstockverleih. Ideal für alle, die sich der winterlichen Stille des Blauen Landes hingeben und ein Stück seines Zaubers mit nach Hause nehmen möchten.

Das Blaue Land - Heimat von Gabriele Münter

Das Oberbayerische Alpenvorland war seit dem 19. Jahrhundert immer wieder das Ziel vieler Künstler, die in der unberührten Landschaft ihre Inspiration fanden. Murnau und die weite, stille Moorlandschaft am Rande der Berge war zog Künstler aus der Stadt München an. 1909 kaufte Gabriele Münter ein Haus in Murnau und lebte dort mit ihrem Lebensgefährten, Wassily Kandinsky bis 1914, die Einheimischen nannten das Haus bald das „Russenhaus“, Es spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte des „Blauen Reiter“, denn es wurde zu einem bedeutenden Treffpunkt der künstlerischen Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts. Franz Marc, der in dem nahe gelegenen Sindelsdorf wohnte, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, August Macke und Arnold Schönberg kamen oft zu Besuch ebenso wie Sammler und Galeristen aus München. Die Expressionisten waren es übrigens auch, die sich so angetan zeigten vom wunderbaren Spiel der Farben und des Lichts, dass sie dem Fleckchen Erde den Titel „Blaues Land“ verliehen.

 Mehr Informationen:

Tourismusgemeinschaft Das Blaue Land
c/o Tourist-Information Murnau
Kohlgruber Straße 1
82418 Murnau a. Staffelsee
Tel.: 08841/6141-0
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.dasblaueland.de
www.murnau.de

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