Sogar die EU hat ihre Bezeichnung geschützt: Die „Wachauer Marille“ muss nicht Aprikose heißen! Denn diese Sorte gibt es nur in der Weltkulturerbe-Region Wachau, entlang der Donau. Traditionell wird sie in einem konischen Holzkorb namens Zistel gepflückt oder samtig-reif vom Baum geschüttelt.
„Die „greaoaschat’n“ sind die Besten“, verkündet Harald Aufreiter von seiner Stehleiter und spielt damit auf das besondere Aroma jener Marillen an, die mit noch grünem „Hinterteil“ geerntet werden. In der romantischen Landschaft der Wachau, die schon vielen Filmen als herzerwärmende Kulisse gedient hat, biegen sich Ende Juli altgediente Bäume mit charakteristischen Rundkronen unter der Last der Marillenernte. Und auch in den Marillengärten der Aufreiters muss es dieser Tage schnell gehen. Denn die alten Sorten der Wachauer Marille – vorwiegend die Klosterneuburger und die Kremser – wollen ab Reife innerhalb von zwei Tagen verarbeitet sein. Darum legt die gesamte Familie Aufreiter von den Großeltern bis zur mittlerweile dritten Generation Hand an. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine maschinelle Ernte würde den zarten Früchten gar nicht gut bekommen.
Von der Traube zur Marille
Im Rhythmus der Natur
Fest verwurzelt
Das südliche Donau-Ufer lag einst im Windschatten der Wachau. Aber nun kann der Winzer, Marillen-Bauer und Privatvermieter Harald Aufreiter feststellen: „Unsere Bemühungen wurden lange genug nicht beachtet. Heute trägt diese Arbeit – im wahrsten Sinne des Wortes – endlich ihre Früchte.“ Und das ist erst der Anfang. Seine Frau Katharina verspricht für die Zukunft: „Eine Wachauer Früchte-Vielfalt. Wir haben dafür die geeigneten Böden. Und wir haben eine Sonne, wie sie nirgendwo sonst nördlich der Alpen scheint.“ Das Winzer-Ehepaar Aufreiter orientiert sich bei seiner Zukunftsplanung an den Zielen der „Arche Noah“, einer in Österreich aktiven „Gesellschaft zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzen-Vielfalt“. Die Arche Noah will unter anderem wertvolle Kulturpflanzen-Sorten vor dem Aussterben bewahren. Und jener Marillen-Lehrpfad, den die Aufreiters zu Füßen von Stift Göttweig angelegt haben, ist bereits Vorbild für andere Genuss-Spender – nicht nur in der Wachau. Für Katharina Aufreiter beginnt der Genuss aber nicht erst dann, wenn der Gast die Köstlichkeiten serviert bekommt: „Zu unserem Genuss-Konzept gehört es auch, dass unsere Gäste hautnah erleben können, wie hier der Wein und die anderen Wachauer Spezialitäten gedeihen.“ Das Wandern oder das gemütliche Radeln ist ein Teil dieser Erfahrung, die jeder Wachau-Besucher als Souvenir mit nach Hause nehmen kann.
Spitzer Marillen-Kirtag
Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Festprogrammes. Nach dem Frühschoppen ziehen am Nachmittag König Marillus und Prinzessin Aprikosia durch den Ort. Am Festplatz angekommen werden Volkstänze und Lieder dargeboten, Tanzmusik rundet das Festprogramm an allen drei Tagen ab.
Mehr Information:
Dorfstrasse 34
A-3506 Krems-Angern
Tel: +43 (0)2739 2205
www.weinhof.at
Tourismusverein Spitz
Mittergasse 3a
3620 Spitz a. d. Donau
Tel: +43(2713)2363
www.spitz-wachau.at
Donau-Niederösterreich Tourismus GmbH
A- 3620 Spitz, Schlossgasse 3
Tel: +43 2713 30060-60
www.wachau.at
www.donau.com
Romantisches Donautal bei Dürnstein Bild: Österreich-Werbung
In der Wachau Bild: Österreich-Werbung
Wachauer Marillen in flüssiger Form Bild: Gottfried Pattermann
Der Marillen-Knödel-Automat auf dem Spitzer Marillen-Kirtag Bild: Gottfried Pattermann
In der Wachau - Der Marillenkirtag in Spitz an der Donau Bild: Gottfried Pattermann
Wachauer Marillenknödel Bild: Österreich-Werbung/Wolfgang Schardt






